Die europäischen Aktienmärkte konnten sich im April teilweise von den vorherigen Kursrückgängen erholen. Ausschlaggebend hierfür waren wechselnde Hoffnungen auf ein Ende des Konflikts im Nahen Osten.
Die größte Sorge für Volkswirtschaften und Märkte in Europa und Asien bleibt die Frage, welche Auswirkungen eine länger anhaltende Schließung der Straße von Hormus auf die globale Versorgung mit Öl, Gas und nachgelagerten Produkten hätte – ebenso wie die möglichen Folgen steigender Preise und einer nachlassenden Nachfrage infolge anhaltender Lieferunterbrechungen.
Gleichzeitig wurden die Märkte aus Sicht des Fondsmanagers jedoch von anderen Faktoren noch stärker beeinflusst. Dazu zählt insbesondere die anhaltende Outperformance von Unternehmen, die vom Investitionsboom großer Technologie-Hyperscaler wie Amazon, Google oder Microsoft profitieren. Dazu gehören Bereiche wie Halbleiterinvestitionen, Leistungshalbleiter, elektrische Ausrüstung sowie Anbieter rund um Rechenzentren und Elektrifizierung. Demgegenüber blieb die Entwicklung vieler anderer Sektoren schwach – insbesondere bei konsumabhängigen Unternehmen –, während Banken sich insgesamt im Mittelfeld bewegten.
Niall Gallagher sieht darin derzeit keine klassische Bewertungsblase. Die Outperformance der Technologie- und Elektrifizierungstitel werde vielmehr durch Gewinnwachstum und steigende Gewinnerwartungen gestützt, während die Konsumstimmung in vielen Teilen der Welt fragil bleibe. Aus seiner Sicht verhält sich der Markt daher nicht irrational.
Banken überraschen trotz starker Ergebnisse kaum positiv
Lediglich die Entwicklung des Bankensektors bewertet Gallagher als überraschend verhalten. Trotz erneut sehr starker Geschäftszahlen hätten viele Banken nicht die Kursreaktionen gezeigt, die unter normalen Umständen zu erwarten gewesen wären. Zahlreiche Institute würden weiterhin auf Bewertungsniveaus gehandelt, die eine Eigenkapitalrendite implizieren, die deutlich unter den aktuell erzielten sowie künftig erwarteten Renditen liegt.
Als Beispiel verweist Gallagher auf CaixaBank. Ein Blick auf die Gewinnrevisionen für die Jahre 2024 bis 2028 zeige, dass der Markt die Ertragskraft und das Gewinnwachstum der Bank – wie auch vieler anderer Institute – weiterhin unterschätze. Solange dies der Fall sei, erwartet er weiterhin eine starke Entwicklung des Sektors.
KI-Investitionen treiben Halbleiter- und Elektrifizierungswerte
Die Größenordnung der Investitionen großer Technologieunternehmen in künstliche Intelligenz sowie die daraus resultierende Nachfrage nach Halbleitern, Halbleiterproduktionsanlagen und elektrischer Infrastruktur lasse sich derzeit nur schwer einschätzen. Gallagher sieht den Wettbewerb zwischen den USA und China dabei als eine Form wirtschaftlicher Auseinandersetzung um technologische Führungspositionen des 21. Jahrhunderts.
Beide Länder würden massiv investieren. Ob daraus eine Blase entsteht, lasse sich derzeit noch nicht beurteilen. Entscheidend werde sein, wie schnell sich KI-Anwendungen tatsächlich skalieren lassen. Klar erkennbar seien jedoch umfangreiche Einsatzmöglichkeiten und große Datenmengen in Bereichen wie Industrie, Fertigung, Verteidigung oder Finanzdienstleistungen.
Noch überzeugter zeigt sich Gallagher vom langfristigen Wachstumspotenzial im Bereich Elektrifizierung. Dieses Thema gehe weit über KI-Investitionen hinaus und werde zusätzlich durch Dekarbonisierung, Elektromobilität, Wärmepumpen und Veränderungen industrieller Prozesse unterstützt. Aus diesem Grund bleiben Siemens Energy, Schneider Electric, Prysmian und Infineon wichtige Positionen in den europäischen Aktienstrategien von Jupiter. Aus Sicht des Fondsmanagers unterschätzt der Markt weiterhin das Wachstumspotenzial dieser Unternehmen.
Vorsicht bei Halbleiterwerten, Skepsis gegenüber Konsumtiteln
Im Bereich Halbleiterinvestitionen ist Jupiter dagegen leicht untergewichtet. Grund dafür sind Bewertungsbedenken sowie Risiken durch mögliche weitere US-Beschränkungen gegenüber China. Gallagher räumt jedoch ein, dass diese Einschätzung möglicherweise zu vorsichtig sein könnte. Die Übergewichtung im Elektrifizierungsbereich kompensiere die Untergewichtung bei Halbleiterinvestitionen derzeit jedoch mehr als ausreichend. Auch bei Prysmian habe der Markt das Gewinnwachstum kontinuierlich unterschätzt – teilweise auch Jupiter selbst, obwohl die Position im Portfolio weiterhin bedeutend geblieben sei.
Auf Konsumseite entwickelten sich insbesondere Luxusgüteraktien weiterhin schwach. Die Ergebnisse des ersten Quartals reichten nicht aus, um den Sektor nachhaltig zu stützen oder die zurückhaltenden Erwartungen für den Luxusgüterkonsum zu verändern. Auch breiter aufgestellte Basiskonsumgüterwerte schnitten mit wenigen Ausnahmen – darunter L’Oréal, Nestlé und AB InBev – schwach ab. Dies spiegele die anhaltend schwache Konsumstimmung, geringe Wachstumsdynamik und weitere Enttäuschungen bei den Unternehmensgewinnen wider.
Gallagher hält den Sektor insgesamt nicht für besonders günstig bewertet. Neben zyklischen Belastungen sieht er auch strukturelle Herausforderungen. Dazu zählen unter anderem GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion wie Wegovy oder Ozempic, zunehmender Wettbewerb durch Handelsmarken, sinkender Alkoholkonsum sowie demografische Veränderungen. Zudem werde zunehmend hinterfragt, ob das klassische Geschäftsmodell großer Konsumgütermarken in seiner bisherigen Form noch zeitgemäß sei.
Fondsspezifische Risiken
- Währungsrisiko - Die Fond kann Anlagen in verschiedenen Währungen halten und Wechselkursänderungen können dazu führen, dass der Wert von Anlagen fällt oder steigt.
- Risiken im Zusammenhang mit der Währungsabsicherung von Anteilsklassen - Der Prozess der Währungsabsicherung von Anteilsklassen kann dazu führen, dass der Wert der Anlagen aufgrund von Marktbewegungen, Neugewichtungserfordernissen und im Extremfall durch den Ausfall der Gegenpartei des Absicherungsvertrags sinkt.
- Preisrisiko - Preisschwankungen bei finanziellen Vermögenswerten bedeuten, dass der Wert von Vermögenswerten sowohl fallen als auch steigen kann, wobei sich dieses Risiko in der Regel unter volatileren Marktbedingungen verstärkt.
- Marktkonzentrationsrisiko (geografische Region/Land) - Investitionen in ein bestimmtes Land oder eine bestimmte geografische Region können dazu führen, dass der Wert dieser Anlage im Vergleich zu Anlagen mit einer eher globalen Ausrichtung stärker steigt oder fällt.
- Derivaterisiko Die Fond kann Derivate einsetzen, um die Kosten und/oder das Gesamtrisiko der Fond zu reduzieren (auch bekannt als Effizientes Portfoliomanagement oder „EPM“). Derivate sind mit einem gewissen Risiko verbunden; für die Zwecke des effizienten Portfoliomanagements sollten sie das Gesamtrisiko der Fond jedoch nicht erhöhen.
- Liquiditätsrisiko (allgemein) - Unter schwierigen Marktbedingungen kann es vorkommen, dass sich nicht genug Investoren für den Kauf und Verkauf bestimmter Investments finden lassen. Dies kann Auswirkungen auf den Wert der Fond haben.
- Risiko des Ausfalls einer Gegenpartei - Das Verlustrisiko aufgrund des Ausfalls einer Gegenpartei bei einem Derivatkontrakt oder einer Verwahrstelle, die die Vermögenswerte der Fond verwahrt.hat is safeguarding the strategy’s assets.
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