Jupiter Gold und Silber Strategie – Charta für verantwortungsvolles Investieren

Diese Charta legt dar, was für uns die wesentlichen ökologischen, sozialen und Governance-bezogenen (ESG) Merkmale gut geführter Minenunternehmen sind und wie diese in unsere Anlageentscheidungen integriert werden.
08 Juni 2026 5 Minuten

Diese Charta legt dar, welche Kriterien in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) gut geführte Minenunternehmen auszeichnen. Zudem zeigt sie, wie wir diese Punkte in unsere Anlageentscheidungen einbinden. Wir sind überzeugt: Unternehmen, die diese Faktoren effektiv steuern, schaffen viel eher einen langfristigen und nachhaltigen Wert für die Aktionäre und tragen potenziell gleichzeitig zu besseren Ergebnissen für die Stakeholder bei. Wir investieren vor allem in Märkten wie Nord- und Südamerika sowie Australien. Um unser Investmentuniversum entsprechend zu bewerten, nutzen wir einen Wesentlichkeitsansatz. Dieser konzentriert sich auf jene ESG-Themen, die den langfristigen Wert, das Risiko und die Renditen am stärksten beeinflussen.

Governance und Transparenz

Eine gute Unternehmensführung (Corporate Governance) spiegelt die Verpflichtung eines Unternehmens wider, im besten Interesse seiner Stakeholder zu handeln. Sie ist  das Fundament, um langfristigen Shareholder Value zu schaffen.

  • Die Prinzipien des UN Global Compact (UNGC)¹ definieren für uns die absolute Basis für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln.
  • Wir erwarten, dass Führungsgremien (Boards) strenge Corporate-Governance-Standards einhalten. Dazu gehören klare Eigentümerstrukturen, eine angemessene Unabhängigkeit und eine effektive Aufsicht. Zudem müssen die Anreize auf die langfristige Leistung ausgerichtet sein.
  • Obwohl die Governance-Standards je nach Unternehmensgröße und Rechtsordnung variieren können, sollten sie sich festigen, wenn Unternehmen wachsen und reifen.
  • Wir bevorzugen Steuerpraktiken, die der wirtschaftlichen Realität entsprechen. Unternehmen sollten diese durch eine länderbezogene Berichterstattung untermauern. Wir fordern Transparenz bei Zahlungen an Regierungen und die Offenlegung der wirtschaftlichen Eigentümer.
  • Wir erwarten, dass Unternehmen Korruption und Bestechung durch robuste Kontrollen und Richtlinien konsequent bekämpfen.

Umweltrisiken und Umweltfolgen

Minenunternehmen sind naturgemäß umweltbezogenen Risiken und Belastungen ausgesetzt. Wir sehen Unternehmen als Hüter der Umwelt, in der sie arbeiten. Sie müssen ihre Auswirkungen über die gesamte Lebensdauer ihrer Projekte hinweg minimieren.

  • Wir erwarten, dass Unternehmen Umweltrisiken vorausschauend planen, sodass sich effektive Kontrollen und Abmilderungsmaßnahmen entsprechend umsetzen lassen.
  • Unternehmen sollten ihre Treibhausgasemissionen minimieren und ihre Energieeffizienz maximieren, wo immer es geht. Wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist, sollten sie zu kohlenstoffärmeren Technologien wechseln. Dies muss im Einklang mit den Prinzipien eines gerechten Übergangs („Just Transition“) geschehen.
  • Wie Unternehmen ihre Minenrückstände lagern, ist für uns ein zentraler Punkt eines verantwortungsvollen Bergbaus. Wir erwarten, dass sie sich bei gefährlichen und ungefährlichen Abfällen an den besten Standards der Branche ausrichten.
  • Wir erwarten von den Unternehmen, dass sie sich beim Schutz der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme, in denen sie tätig sind, an Best-Practice-Standards orientieren. Wo immer möglich, sollten sie einen Netto-Zugewinn² erzielen.
  • Unsere Portfoliounternehmen müssen ihre Wasserressourcen sorgfältig verwalten und planen. Das gilt ganz besonders für Regionen, in denen Wasser knapp ist. Klare Kennzahlen und eine transparente Berichterstattung sind hier Pflicht.
  • Unternehmen müssen sicherstellen, dass angemessene Sanierungsprogramme greifen, sobald die Förderung endet.

Soziale Leistung

Ob ein Minenunternehmen langfristig überleben kann, hängt stark von seiner gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Unternehmen müssen Gemeinschaften und Kulturen respektieren und aktiv das kulturelle Erbe schützen – selbst wenn dies wirtschaftlichen Interessen widerspricht. In diesem Kontext ist die Berücksichtigung einer freien, vorherigen und informierten Zustimmung (FPIC) wichtig. Eine größere langfristige Stabilität und ein geringeres Risiko können erreicht werden, wenn das Erbe geschützt wird und die finanziellen Interessen zwischen Unternehmen, Regierungen und lokalen Gemeinschaften aufeinander abgestimmt sind.

Minenaktivitäten bringen oft gefährliche Arbeitsbedingungen mit sich. Unternehmen müssen ein sicheres Arbeitsumfeld bieten und sollten für ihre Belegschaft ein „Null Schäden“-Ziel³ anvisieren. Dafür müssen sie eine Safety-First-Kultur verankern und Arbeitnehmer gut schulen, damit sie Risiken richtig einschätzen. Zudem sind stabile Arbeitsbeziehungen entscheidend für den laufenden Betrieb. Schlechte Praktiken führen schnell zu Streiks oder Ausfällen, was die Finanzen belastet – vor allem in abgelegenen Regionen.

Offenlegung und Dialog

Damit wir Unternehmen effektiv bewerten können, müssen sie ihren ESG-Ansatz und ihre Ergebnisse ausreichend detailliert offenlegen. Wir wissen, dass kleinere Unternehmen oft nur begrenzte Ressourcen haben. Dennoch betonen wir: Wer zentrale operative Risiken managt und dies durch Daten und transparente Berichte belegt, profitiert massiv am Kapitalmarkt. Größere Unternehmen fordern wir zu noch detaillierteren Berichten auf. Nur so lässt sich prüfen, ob sie ihre selbstgesteckten Managementziele auch erreichen.

Sollten die veröffentlichten Daten für unsere Analyse nicht ausreichen, suchen wir das direkte Gespräch mit dem Management und dem Führungsgremium. Wir sprechen Fragen offen an und machen konstruktive Vorschläge, wie sich das Unternehmen verbessern kann. Wenn wir sehen, dass ein Unternehmen seine Risiken nicht ausreichend managt – und der Markt diese Risiken in den Bewertungen ignoriert –, ziehen wir Konsequenzen. Wir reduzieren dann unsere Position oder verkaufen die Aktie vollständig.

 

Quellen

1The Ten Principles | UN Global Compact

2Definitions for Biodiversity and Environment Net Gain | UKGBC

3ICMM - Fatality Prevention

 

Fondsspezifische Risiken:

  • Währungsrisiko (FX-Risiko) - Die Strategie kann verschiedenen Währungen ausgesetzt sein, und Bewegungen der Wechselkurse können dazu führen, dass der Wert von Anlagen sowohl fällt als auch steigt.
  • Preisrisiko - Preisschwankungen bei finanziellen Vermögenswerten bedeuten, dass der Wert von Vermögenswerten sowohl fallen als auch steigen kann, wobei sich dieses Risiko in der Regel unter volatileren Marktbedingungen verstärkt.
  • Rohstoffpreisrisiko - Die Anlagen der Strategie sind in Rohstoffunternehmen konzentriert und können einem höheren Grad an Risiko und Volatilität ausgesetzt sein als eine Strategie, die einer stärker diversifizierten Strategie folgt. Silber tendiert dazu, Gold in einem Umfeld steigender Goldpreise zu übertreffen, und hinter Gold zurückzubleiben, wenn sich die Stimmung zum Nachteil des Sektors wendet.
  • Marktkonzentrationsrisiko (Sektor) - Die Anlagen der Strategie in Minenunternehmen können Rechtsordnungen ausgesetzt sein, in denen es möglich ist, dass Regulierungen und andere Regierungsmaßnahmen den Wert der Anlagen in der Strategie negativ beeinflussen. Beispielsweise kann eine lokale Regierung Steuern oder Lizenzgebühren erhöhen, strengere Umweltstandards auferlegen und in einigen extremeren Fällen eine Beteiligung an Minen übernehmen oder diese sogar kontrollieren.
  • Absicherungsrisiko von Anteilsklassen - Der Prozess der Währungsabsicherung von Anteilsklassen kann dazu führen, dass der Wert der Anlagen aufgrund von Marktbewegungen, Neugewichtungserfordernissen und – in Extremfällen – aufgrund eines Ausfalls der Gegenpartei, die den Absicherungsvertrag bereitstellt, sinkt.
  • Derivaterisiko - Die Strategie kann Derivate einsetzen, um Renditen zu erzielen sowie um Kosten und/oder das Gesamtrisiko des Fonds zu senken. Der Einsatz von Derivaten kann mit einem höheren Risiko verbunden sein. Eine kleine Kursbewegung einer zugrunde liegenden Anlage kann zu einer unverhältnismäßig großen Kursbewegung der derivativen Anlage führen.
  • Liquiditätsrisiko - Einige Anlagen können schwer zu bewerten oder zu einem gewünschten Zeitpunkt und Preis zu verkaufen sein. In extremen Situationen kann dies die Fähigkeit der Strategie beeinträchtigen, Rücknahmeverlangen auf Nachfrage nachzukommen.
  • Ausfallrisiko der Gegenpartei - Das Risiko von Verlusten, wenn eine Gegenpartei eines Derivatkontrakts oder eine Verwahrstelle, die das Vermögen der Strategie verwahrt, ihren Verpflichtungen nicht nachkommt.
  • Risiko kleinerer Unternehmen - Die Strategie investiert in kleinere Unternehmen, die weniger liquide sein können als Anlagen in größeren Unternehmen und die über weniger Ressourcen als größere Unternehmen verfügen können, um unerwartete nachteilige Ereignisse zu bewältigen. Unter weniger günstigen Marktbedingungen können diese Unternehmen daher hinter größeren Unternehmen zurückbleiben, und die Strategie kann hinter Strategien zurückbleiben, die überwiegend in größere Unternehmen investieren.

Nähere Erläuterungen zu den Risikofaktoren entnehmen Sie bitte dem Abschnitt „Risikofaktoren“ im Verkaufsprospekt.

Wichtige Informationen

Dieses Dokument richtet sich nur an professionelle Investoren und nicht an sonstige Personen einschließlich Privatanlegern. Dieses Dokument dient nur zur Information und ist nicht als Anlageberatung zu verstehen. Der Wert von Anlagen und die daraus resultierenden Erträge können sowohl steigen als auch fallen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurück. Wechselkursschwankungen können dazu führen, dass der Wert von Anlagen steigt oder fällt. Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen. Die hier geäußerten Meinungen sind die des Autors/der Autoren zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments. Sie stimmen nicht notwendigerweise mit den Meinungen von Jupiter insgesamt überein und können sich ändern. Während alle Anstrengungen unternommen werden, um die Genauigkeit der dargestellten Informationen sicherzustellen, kann diesbezüglich keine Haftung übernommen werden. Herausgegeben im Vereinigten Königreich von Jupiter Asset Management Limited (JAM), eingetragener Gesellschaftssitz: The Zig Zag Building, 70 Victoria Street, London, SW1E 6SQ, Vereinigtes Königreich, zugelassen und beaufsichtigt durch die Financial Conduct Authority. Herausgegeben in der EU von Jupiter Asset Management International S.A. (JAMI), eingetragener Gesellschaftssitz: 5, Rue Heienhaff, Senningerberg L-1736, Luxemburg, zugelassen und beaufsichtigt von der Commission de Surveillance du Secteur Financier. Kein Teil dieses Dokuments darf ohne vorherige Genehmigung von JAM/JAMI reproduziert werden.