Trotz der guten Fortschritte der Impfkampagnen wurde die für diesen Sommer geplante große Wiedereröffnung der Weltwirtschaft zu einer Enttäuschung. Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante haben viele Staaten geplante Lockerungen verlangsamt oder pausiert. In der Folge blieb die Verlagerung der Wachstumsimpulse von Waren auf Dienstleistungen aus. Gleichzeitig haben die anhaltenden Lieferengpässe in verschiedenen Wirtschaftszweigen das Wachstum ausgebremst. Wie also geht es weiter nach diesem enttäuschenden Sommer?

Ist die ‚Fed-Put‘-Party bald vorbei …

Die US-Notenbank (Fed) hat die Märkte seit ihrer Sitzung im Juni immer wieder daran erinnert, dass sie eine baldige Normalisierung ihrer Geldpolitik anstrebt, und offen über eine mögliche Rückführung ihrer Wertpapierkäufe („Tapering“) und Zinserhöhungen gesprochen. Das Marktverhalten signalisiert eine gewisse Skepsis gegenüber diesen Äußerungen. Angesichts der anhaltenden historischen Gültigkeit des „Fed-Put“ – der Annahme, dass die Fed alles in ihrer Macht Stehende tun wird, um die Party für Risikoanlagen am Laufen zu halten – ist dies verständlich. Mit jeder weiteren Sitzung, bei der die Fed ihre Tapering- und Normalisierungspläne bekräftigt, könnten die Märkte sich jedoch gezwungen sehen zu akzeptieren, dass ihre ausgedehnte Party bald vorbei sein könnte. Andererseits hat die Fed auch in der Vergangenheit schon dramatische Kehrtwenden vollführt – und dafür wäre es auch diesmal noch nicht zu spät.

… oder ist die härtere Haltung der Zentralbank ein Fehler?

Der Anstieg der langfristigen Termininflation seit dem pandemiebedingten Tiefstand im März 2020 ist eine der überraschenderen Entwicklungen der letzten Monate. Der Aufwärtstrend dauert jetzt schon so lange an, dass sogar die erwartete 15-jährige Euro-Termininflationsrate auf den höchsten Stand seit Anfang 2019 und über 2% gestiegen ist. Daher preist der Markt selbst unter Berücksichtigung nachlassender Lieferengpässe eine historisch gesehen „normalere“ längerfristige Inflation in Europa ein.

Damit könnten die Sorgen um eine Wachstumsverlangsamung und den Anstieg der Infektionen mit der Delta-Variante die überraschend restriktiven Äußerungen der Fed im Juni im Nachhinein als unnötig erscheinen lassen. Die Ansichten vieler Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed dürften durch ihre früheren Erfahrungen mit einer hohen Inflation verzerrt sein, und die Kombination aus der erwarteten Wachstumsentwicklung und dem hohen gesamtwirtschaftlichen Preisniveau hat sie im Juni ganz offensichtlich erschreckt.

Ob die Fed die Zinsen tatsächlich vorzeitig anheben wird, bleibt abzuwarten. Falls es so kommen sollte, würden wir nur mit einer langsamen Straffung rechnen. Auffällig ist, wie auch andere Zentralbanken jetzt zunehmend von ihrer extrem expansiven Geldpolitik abrücken. So wird zum Beispiel erwartet, dass die Bank of England die Zinsen Anfang 2022 anhebt1, während die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleihenkäufe verlangsamen wird2. Der Zeitpunkt dafür erscheint uns sinnvoller, da wir davon ausgehen, dass die Wachstumsstimmung nach dem Sommerloch einen Tiefpunkt erreicht und sich bis ins Jahr 2022 hinein wieder aufhellt. Der vorübergehende Preisdruck dürfte anhalten und bei seinem langsamen Rückgang auf eine steigende zyklische Inflation treffen, was zu einem schwierigeren Umfeld für Märkte und Zentralbanken führen wird.

Wir sind mit einem negativen Ausblick für die Anleihenmärkte in dieses Jahr gestartet und haben die Flexibilität des Jupiter Strategic Absolute Return Bond Fund genutzt, um das Portfolio entsprechend zu positionieren. So hatten wir in allen wichtigen Märkten eine Short-Duration-Position und haben die Short-Position im US-Dollar rechtzeitig zum Ausverkauf im Februar reduziert.

Seitdem hat sich nichts getan, was unseren pessimistischen Ausblick für festverzinsliche Wertpapiere geändert hätte, und der zuletzt restriktivere Tenor der Zentralbanken hat uns in unserer Überzeugung sogar bestärkt. Wir halten die globalen Anleihenrenditen immer noch für zu niedrig und glauben, dass es, beginnend am langen Ende der Kurve, zu einem Ausverkauf kommen wird. Dieser dürfte mit einer gewissen US-Dollar-Abwertung einhergehen, was potenziell positiv für Emerging-Market-Anlagen wäre. Das makroökonomische Umfeld bleibt im Fluss. Mit unserem Investmentprozess können wir uns jedoch proaktiv für die von uns erwarteten Entwicklungen positionieren.

Was tun, wenn sich die Datenlage ändert?

Eine dynamische und agile Asset Allocation und die Fähigkeit, Short-Positionen einzugehen, sind Eckpfeiler des Investmentansatzes des Jupiter Strategic Absolute Return Bond Fund. Ausgangspunkt dieses Ansatzes ist unsere – strategische und taktische – Einschätzung des makroökonomischen Umfelds, die vom Team kontinuierlich überprüft wird. Wenn sich unsere Einschätzung des makroökonomischen Umfelds ändert, passen wir unser Portfolio entsprechend an. Oder, um es mit Paul Samuelsons häufig zitierten Worten zu sagen: „Wenn meine Informationen sich ändern, ändere ich meine Meinung.“

 

Unser diesbezüglicher Risikoansatz kommt in der Konstruktion des Fonds zum Ausdruck. Wir orientieren uns an einem Volatilitätsziel und streben eine durchschnittliche Volatilität von rund 5% für den Fonds an. Bei der Zusammenstellung des Portfolios nutzen wir ein Risikobudget, um das Risiko den einzelnen Positionen zuzuordnen und so die angemessene Positionsgröße zu bestimmen.

 

Indem wir das Risiko auf diese Weise steuern und die uns zur Verfügung stehende Flexibilität nutzen, um zwischen Long- und Short-Positionen in beliebigen Zinsanlagen und Währungen aus Industrie- und Schwellenländern hin- und herzuwechseln, wollen wir das Renditeprofil über den kompletten Zyklus hinweg glätten. Im Idealfall erzielen wir dadurch Mehrerträge in fallenden Märkten, obwohl wir an steigenden Märkten selten voll partizipieren. Unser Ziel ist und bleibt jedoch, über den kompletten Zyklus hinweg überdurchschnittliche Erträge zu generieren. Wir können mit Stolz sagen, dass wir dieses Ziel für unsere Anleger bislang stets erreicht haben.

 

Fonds vs. Benchmark (Federal Funds Effective Overnight Rate)1
Fonds vs. Benchmark (Federal Funds Effective Overnight Rate)
Vergangenheitswerte geben keinen Aufschluss über die künftige Wertentwicklung einer Anlage. Der Wert von Anlagen kann sowohl steigen als auch fallen und wird nicht garantiert.
1 Quelle: JAM, Bloomberg, 25.05.17 – 31.08.21. Von Nettoanteilswert zu Nettoanteilswert, Wiederanlage der Bruttoausschüttungen, nach Gebühren, in USD.
2 Seit dem 25.05.17 ist die Benchmark des Fonds die Federal Funds Effective Overnight Rate. Die Bedingungen, zu denen die Wertentwicklung vor Mai 2017 erzielt wurde, haben keinen Bestand mehr, und es gibt keinen Index, der einen sinnvollen Vergleich des Fonds vor und nach diesem Datum zulässt. Am 01.08.16 übernahm Mark Nash das Fondsmanagement. Diese Anteilsklasse hat einen längeren Track Record auf Basis der F1 USD Acc Anteilsklasse. Am 25.05.17 wurde die Benchmark des Fonds vom JP Morgan Global Government Bond Index USD hedged auf Cash (USD – Fed Funds Effective Overnight Rate) umgestellt.

In modernen Anleihenmärkten muss man etwas anders machen

Die aktuell große Herausforderung für Anleihenanleger und Anleger mit Fixed-Income-Allokationen sind die unglaublich tiefen realen Renditen. Wir glauben, dass wir uns darauf einstellen müssen, noch sehr lange mit derart niedrigen Renditen zu leben. Wo aber findet man in einem solchen Umfeld noch Ertragsquellen?

 

Ein Ansatz wäre, sich auf der Suche nach höheren Renditen im Qualitätsspektrum nach unten zu bewegen – ein sinnvoller Schritt, wenn man in der Lage ist, die Landminen zu meiden. Wir verfolgen jedoch einen anderen Ansatz. Wir nutzen lieber unsere Flexibilität, um Renditequellen zu erschließen. Wir machen vollen Gebrauch von unserem breiten Anlageuniversum, erfinden unser Portfolio permanent neu und stellen das Risikomanagement in den Mittelpunkt unseres Anlageprozesses. Damit ist der Jupiter Strategic Absolute Return Bond Fund unserer Ansicht nach die richtige Wahl für Anleger, die einen alternativen Fixed-Income-Ansatz suchen.

Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die aktuelle oder zukünftige Performance zu, berücksichtigt keine Provisionen und Kosten für die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen.

Quelle: Morningstar, von Nettoanteilswert zu Nettoanteilswert, Wiederanlage der Bruttoausschüttungen, nach Gebühren, in USD, bis 31.08.2021. * Seit Auflegung: 30.05.2014. ** Seit Übernahme des Fondsmanagements: 01.08.2016.

The Value of Active Minds: unabhängige Denkansätze

Ein wesentliches Merkmal des Investmentansatzes von Jupiter ist, dass wir unseren Fondsmanagern keine Hausmeinung aufzwingen, sondern ihnen die Freiheit geben, eigene Ansichten zu den Anlageklassen zu formulieren, auf die sie sich spezialisiert haben. Daher ist zu beachten, dass alle geäußerten Ansichten – einschließlich derjenigen, die sich auf Umwelt-, Sozial- und Gouvernanten-Erwägungen beziehen – die des Autors/der Autoren sind und von den Ansichten anderer Jupiter-Anlageexperten abweichen können.

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