Leverage, Momentum und Narrativ

Der Goldpreis hat in letzter Zeit gewackelt. Für alle, die über eine höhere Goldallokation nachdenken, könnte das eine gute Nachricht sein. Dem Währungsmetall scheinen vorübergehend die drei Dinge abhandengekommen zu sein, die für eine gute Performance in modernen Märkten unerlässlich sind: Leverage, Momentum und Narrativ. Auf längere Sicht sehe ich aber mehrere Faktoren, die zusammengenommen für nachhaltig steigende Preise sprechen. An erster Stelle sind dies eine sinkende ‚reale‘ Verzinsung (die Rendite, mit der Anleiheninvestoren nach Abzug der Inflation rechnen können) und die sehr gute operative Performance der Minengesellschaften.

 

Interessanterweise hat sich Silber in letzter Zeit deutlich besser gehalten als Gold, weil das Narrativ noch stimmt, auch wenn das Momentum schwächer geworden ist. Silber kommt in Solarmodulen, Batterien und diversen elektronischen Geräten zum Einsatz und dient außerdem als antimikrobielles Element in der Medizintechnik. Das hat den Silberpreis gestützt. Silber ist das Metall der modernen Wirtschaft und ein wichtiger Inputfaktor für die grüne Wirtschaft. Daher hat das Metall unter anderem auch durch die geplanten Infrastrukturprogramme in den USA und Europa Rückenwind erhalten.

Das derzeitige Markt-Narrativ wird von der Inflation bestimmt, nicht von den Zinsen

Der Fokus der Märkte lag sehr lange auf der Zinsentwicklung – jetzt richten sich alle Augen auf die Richtung der Inflation.

 

Der Zinsausblick der US-Notenbank (Fed) hat sich seit Beginn der Pandemie praktisch nicht verändert. Die Reaktion der Anleihenmärkte hat jedoch zwischen zu ‚dovish‘ (d.h. überhöhten Erwartungen an eine anhaltend expansive Geldpolitik) und zu ‚hawkish‘ (d.h. übertriebenen Erwartungen an eine Straffung der Geldpolitk) geschwankt. Doch während der Anleihenmarkt die Zinsen treibt, betrachten nicht spezialisierte Investoren Gold zumeist als Inflationsabsicherung.

 

Interessanterweise steigen die Lebensmittelpreise in vielen Teilen der Welt – einschließlich der USA – sehr stark. Angesichts des Verhaltens nicht spezialisierter Investoren ist es keine Überraschung, dass die Lebensmittelpreisinflation in der Vergangenheit recht eng mit dem Gold- und Silberpreis korreliert gewesen ist. Daher ist dies ein Trend, der genau beobachtet werden sollte.

Das Ende des ‚monetären Superzyklus‘?

Im Rahmen ihrer aktiven Vermögensaufteilung investiert die Gold & Silber-Strategie von Jupiter sowohl in Aktien von Gold- und Silberminenunternehmen als auch in physisches Gold und Silber. Wir glauben, dass dies bei steigenden Gold- und Silberpreisen Potenzial für Mehrerträge bietet, da die Aktien von Minengesellschaften zumeist stärker steigen (und nachgeben) als die eigentlichen Edelmetallpreise.

 

Was die Aktienperformance von Gold- und Silberminenunternehmen angeht, war in den vergangenen sechs Monaten eine sehr starke Divergenz zu beobachten – zwischen den Aktien, die sich gut entwickelt haben, und denjenigen, die zu kämpfen hatten, weil große (zumeist gehebelte) Indexpositionen aufgelöst wurden. Die Gold- und Silberstrategie bei Jupiter weist kaum Überschneidungen mit Indexpositionen auf, was der Performance in diesem Jahr zugutegekommen ist. Ein weiteres Konzept, das Gold- und Silberanleger im Blick haben sollten, ist das eines ‚Rohstoff-Superzyklus‘, über das seit Jahren immer wieder diskutiert wird.

 

Meiner Ansicht nach spricht die Entwicklung an den Rohstoffmärkten tatsächlich für einen Superzyklus. Allerdings fühlt sich dieser eher wie ein ‚monetärer Superzyklus‘ an, der schon bald zu Ende gehen könnte – was Auswirkungen auf alle Anlageklassen hätte. Im Rahmen unserer Strategie haben wir in den letzten Monaten versucht, davon zu profitieren, indem wir Qualitätsaktien aus dem Index gekauft haben, die ohne triftigen Grund stark gefallen sind.

 

An der monetären Front hat sich bereits seit Langem ein „perfekter Sturm“ für höhere Edelmetallpreise zusammengebraut. In den USA hat die Fed bestätigt, dass jegliche Anpassung der Geldpolitik mit ausreichender Vorwarnung erfolgen werde. Gleichzeitig wurde eine mögliche Einführung der Zinskurvensteuerung bei der Fed-Sitzung zwar nicht erwähnt, bleibt aber ein wahrscheinliches Szenario. Daher erscheinen sinkende Realzinsen unvermeidlich. Angesichts des unverändert schwierigen makroökonomischen Umfelds rechnen wir mit weiteren fiskal- und geldpolitischen Stimulusmaßnahmen und einer anhaltend akkommodierenden Geldpolitik. Sobald die Realzinsen wieder auf ihren strukturellen Abwärtstrend zurückkehren, sollte der Währungsmetallmarkt auch wieder von der Kombination von ‚Leverage, Momentum und Narrativ‘ profitieren – das dürfte Gold- und Silberanleger optimistisch stimmen.

Hinweis:

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