Wir haben jüngst Technologieunternehmen in Taiwan besucht und möchten einige Erkenntnisse darüber teilen, was diese Unternehmen berichten und wie wir allgemein die Aussichten für asiatische Aktien (ohne Japan) im Rahmen einer dividendenorientierten Anlagenstrategie einschätzen.
Asiatische Aktien haben in diesem Jahr1 sowie in den letzten zwei Jahren viele Anlageklassen übertroffen. Diese Entwicklung wurde von Gewinnen getrieben. Daher ist der Markt auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) nicht teurer geworden.
Der Index für Asien-Pazifik ex Japan weist ein KGV von 12,7x (für die kommenden 12 Monate) auf.2 Wenn man die Länder und Sektoren, in denen man engagiert ist, selektiv auswählt, sind asiatische Aktien aus unserer Sicht verglichen zu anderen Regionen gut aufgestellt. Grund dafür ist die Kombination aus Wachstum und Dividenden. Diese Kombination bieten die erstklassigen Technologieunternehmen in Taiwan und Südkorea, die entwickelten Märkte in Singapur und Australien (die ein Engagement in Rohstoffproduzenten in den Bereichen Öl und Gas, Kupfer und Gold bieten) sowie der sich schnell entwickelnde Markt in Indien.
Die Technologiebranche hat diese Performance getrieben. Einige Marktteilnehmer fragen sich nun, ob der Sektor seinen Höhepunkt bereits erreicht hat oder ob wir kurz vor dem Platzen einer Technologie-„Blase“ stehen. Wir erwarten weiterhin eine hohe Volatilität. Auch Marktkorrekturen sind durchaus möglich und sogar normal. Wir sind jedoch langfristige Investoren und keine Trader. Aus drei Gründen sind wir überzeugt, dass die Technologieunternehmen, die wir in unserer asiatischen Dividendenstrategie halten, auch in den nächsten Jahren eine starke Performance zeigen werden:
1) Nachfrage vs. Angebot:
a. Die Technologieunternehmen berichten uns, dass die Nachfrage nach ihren Produkten nicht nur wächst, sondern das Angebot übersteigt. Das bedeutet, dass Unternehmen wie TSMC, Samsung Electronics und SK Hynix nicht nur ihre Volumina steigern, sondern auch die Preise erhöhen. Die Unternehmen betonen, dass das Jahr 2026 nicht den Höchstpunkt darstellt. Wir gehen daher davon aus, dass sich dieser Trend im Jahr 2027 und voraussichtlich bis ins Jahr 2028 und darüber hinaus fortsetzen wird. TSMC plant bereits heute, was das Unternehmen in fünf Jahren an seine Kunden liefern wird. Laut Samsung Electronics und SK Hynix sind die Kunden so bestrebt, sich die Lieferung von Speicherchips zu sichern, dass sie langfristige Verträge mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren unterzeichnen wollen.
b. Der Fokus liegt heute auf großen Sprachmodellen (Large Language Models). Wir sind jedoch überzeugt, dass sich dieser Schwerpunkt auf „Agentic AI“ (sprich: autonome KI-Systeme, die komplexe Ziele mit begrenzter menschlicher Aufsicht erreichen können) und „Physical AI“ (d. h. humanoide Roboter, autonomes Fahren) verlagern wird. Dies könnte die Nachfrage über viele Jahre hinweg antreiben.
2) Bewertungen:
Wenn wir die KGV-Multiplikatoren der Technologieunternehmen betrachten, die wir halten, sehen wir keine Bewertungen, die auf eine „Blase“ hindeuten. Dies gilt umso mehr, als alle diese Unternehmen solide Bilanzen aufweisen und ihre Dividenden erhöhen.
3) Asiatische Tech-Aktien attraktiver als US-Tech-Aktien:
Aus folgenden Gründen halten wir die von uns gehaltenen Technologieunternehmen für attraktiver als US-Technologieaktien:
a. Die US-Hyperscaler (darunter Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft) erhöhen ihre Investitionsausgaben. Dies führt dazu, dass sich ihre Finanzkennzahlen (zumindest kurzfristig) verschlechtern und diese Barmittel direkt an ihre Zulieferer fließen – wozu auch die von uns gehaltenen Unternehmen gehören.
b. Wir wissen nicht, wer die besten Produkte oder Dienstleistungen im Bereich der LLMs, Agentic AI oder Physical AI entwickeln wird. Es könnten OpenAI, Anthropic, SpaceX, Google, Microsoft oder vielleicht Unternehmen sein, die wir heute noch gar nicht kennen. Für unsere Unternehmen spielt das auch keine Rolle. Wer auch immer diese Systeme liefert und wie auch immer sie aussehen mögen: Sie werden Halbleiter von TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Co), Speicherchips von Samsung und Hynix, Chipdesigns von MediaTek und KI-Server von Hon Hai und Quanta benötigen.
c. Bewertungen: Wie oben erwähnt, notieren die Technologieunternehmen in unserer Strategie im Allgemeinen zu niedrigeren KGV-Bewertungen und bieten höhere Dividenden als US-Technologieaktien.
Jupiter Asian Income Strategie: Wo sind wir heute investiert?
- ca. 45 % im Technologiesektor, weil wir finden, dass wir für den strukturellen Rückenwind, den wir hinter dem Sektor sehen, gut aufgestellt sind.
- ca. 17 % in rohstoffproduzierenden Unternehmen oder Minengesellschaften (z. B. Öl und Gas, Kupfer, Gold) sowie im Verteidigungssektor.
- Der Großteil des verbleibenden Portfolios ist in inländischen Konsumunternehmen in Australien, Singapur und Indien engagiert.
- Mit dieser Diversifikation sehen wir die Strategie für eine Vielzahl unterschiedlicher Marktphasen sowie wirtschaftlicher und (geo-)politischer Umfelder gut aufgestellt. Wir berücksichtigen auch das natürliche Umfeld und weisen auf das bevorstehende El-Niño-Phänomen und dessen potenzielle Auswirkungen hin.
Nachfolgend fassen wir unsere Einschätzungen zu fünf großen Technologieunternehmen der Region Asien-Pazifik (ohne Japan) und deren Engagement im Bereich humanoider Roboter zusammen. Wir betrachten dies als einen spannenden, potenziellen langfristigen Wachstumstreiber für Produkte der Physical AI. Diese Unternehmen werden nur zu Illustrationszwecken gezeigt und sind nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen.
1. TSMC
- Rolle: Führender Hersteller von Halbleitern und Logikchips.
- Vorteil: Als führender Hersteller von fortschrittlichen Prozessoren (wie den 3nm- und 2nm-Knoten) erwarten wir, dass TSMC die leistungsstarken „Gehirne“ und integrierten KI-Logikeinheiten für branchenführende Robotik-Entwickler fertigen wird. Da humanoide Roboter eine immense Rechenleistung benötigen, um visuelle Eindrücke und räumliche Wahrnehmung in Echtzeit zu verarbeiten, gehen wir davon aus, dass die fortschrittlichen Knoten und Packaging-Techniken von TSMC eine langfristige Volumennachfrage erfahren werden.
2. Samsung Electronics
- Rolle: Robotik-Entwickler, führender Anbieter im Bereich Verbraucher-Ökosysteme und Halbleiter-Schwergewicht.
- Vorteil: Aus unserer Sicht profitiert Samsung an zwei Fronten. Erstens wird die Halbleitersparte Logik- und Speicherchips liefern. Zweitens entwickelt das Unternehmen aktiv eigene Roboter für Verbraucher und gewerbliche Zwecke (wie das EX1-Exoskelett und zukünftige Galaxy Bots), um diese in sein großes Smart-Home-Ökosystem zu integrieren. Wir finden, dass die strategischen Investitionen von Samsung in Rainbow Robotics es dem Unternehmen potenziell ermöglichen könnten, einen großen Anteil am tatsächlichen Hardware- und Softwaremarkt zu erobern.
3. SK Hynix
- Rolle: Globaler Hersteller von Speicherhalbleitern.
- Vorteil: Roboter werden wie Edge-Server agieren. Sie benötigen große Mengen an lokalem Speicher, um generative KI und Algorithmen für Bewegungen in Echtzeit ohne Latenz auszuführen. Aus unserer Sicht wird SK Hynix die Nachfrage bedienen, indem das Unternehmen fortschrittliche DRAM- und HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) liefert. Diese werden benötigt, um die großen Datenmengen für komplexe Anwendungen der integrierten KI zu verarbeiten
4. MediaTek
- Rolle: Fabless-Halbleiterdesigner (SoCs).
- Vorteil: Das Unternehmen baut seine Genio-Plattform weiter aus. Es zielt damit auf hochintegrierte, energieeffiziente Edge-AI-Systems-on-Chips (SoCs) für das Internet der Dinge (IoT) und die industrielle Robotik ab. Wir erwarten, dass MediaTek von dem Bedarf an Verarbeitungsbannern im mittleren und oberen Segment profitieren will, die der Energieeffizienz Priorität einräumen. Dies ermöglicht es Robotern, über lange Zeiträume zu operieren, während sie gleichzeitig Hindernisvermeidung und visuelle Verarbeitung in Echtzeit durchführen..
5. Hon Hai Technology Group (Foxconn)
- Rolle: Auftragshersteller für Elektronik und Robotik-Pionier.
- Vorteil: Hon Hai verfolgt eine dreigleisige Strategie, die die Fertigung, Montage und den internen Einsatz umfasst. Als weltweit größter Auftragshersteller erwarten wir, dass das Unternehmen von der Massenproduktion von Roboterteilen für große globale Technologiemarken profitieren will. Zudem plant Hon Hai, eine große Anzahl humanoider Roboter in den eigenen Fabriken einzusetzen, um Fertigungslinien zu automatisieren und dem weltweiten Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.
Quellen
1Bloomberg Stand: 16. Juni 2026, MSCI Asia Pacific ex Japan Index. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Erträge.
2Bloomberg, Stand: 14. Juni 2026.
Strategische Risiken
- Währungsrisiko: Die Strategie kann in verschiedenen Währungen engagiert sein. Wechselkursschwankungen können dazu führen, dass der Wert von Anlagen sowohl fällt als auch steigt.
- Kursrisiko: Kursbewegungen bei Finanzanlagen bedeuten, dass der Wert von Vermögenswerten sowohl fallen als auch steigen kann. Dieses Risiko ist in volatileren Marktumfeldern typischerweise verstärkt.
- Marktkonzentrationsrisiko (Geografische Region/Land): Anlagen in einem bestimmten Land oder einer bestimmten geografischen Region können dazu führen, dass der Wert dieser Anlage im Vergleich zu globaler ausgerichteten Anlagen stärker steigt oder fällt.
- Marktkonzentrationsrisiko (Einzelwerte): Die Strategie hält eine relativ geringe Anzahl von Aktien. Sie kann daher anfälliger für die Underperformance eines einzelnen Unternehmens oder einer Gruppe von Unternehmen sein als ein Portfolio, das in eine größere Anzahl von Aktien investiert.
- Derivaterisiko: Die Strategie kann Derivate einsetzen, um Kosten und/oder das Gesamtrisiko der Strategie zu verringern (auch bekannt als effizientes Portfoliomanagement oder „EPM“). Derivate beinhalten ein gewisses Risiko; für Zwecke des EPM sollten sie das Gesamtrisiko der Strategie jedoch nicht erhöhen.
- Schwellenländerrisiko: Schwellenländer sind potenziell mit einem höheren politischen Risiko und einem geringeren rechtlichen Schutz im Vergleich zu entwickelten Märkten verbunden. Diese Eigenschaften können sich negativ auf die Vermögenspreise auswirken.
- Liquiditätsrisiko (allgemein): In schwierigen Marktumfeldern gibt es möglicherweise nicht genügend Investoren, um bestimmte Anlagen zu kaufen und zu verkaufen. Dies kann sich auf den Wert der Strategie auswirken.
- Gebührenbelastung aus dem Kapital: Einige oder alle Gebühren der Strategie werden dem Kapital entnommen. Sollte das Portfolio kein ausreichendes Kapitalwachstum erzielen, kann dies zu einer Kapitalerosion führen.
- Stock-Connect-Risiko: Stock Connect unterliegt Vorschriften, die sich ändern können. Handelsbeschränkungen und Begrenzungen für ausländischen Besitz können die Fähigkeit der Strategie zur Umsetzung ihrer Anlagestrategie einschränken.
- Ausfallrisiko (Kontrahentenrisiko): Das Risiko von Verlusten durch den Ausfall eines Kontrahenten bei einem Derivatevertrag oder einer Depotbank, die die Vermögenswerte der Strategie verwahrt.
- Ausfallrisiko (notleidende Wertpapiere): Die Strategie kann einen erheblichen Teil ihrer Vermögenswerte in notleidende Wertpapiere (Distressed Securities) investieren. Hier besteht ein höheres Verlustrisiko aufgrund der erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass ein Emittent seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Während sie im Falle eines Ausfalls einen gewissen potenziellen Wert behalten können, kann der Sanierungsprozess langwierig sein, und es gibt möglicherweise keinen Sekundärmarkt für den Ausstieg, was die Liquidität verschlechtert.
Wichtige informationen
Dieses Marketingdokument richtet sich nur an professionelle Investoren und nicht an sonstige Personen. Dieses Dokument dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Markt- und Wechselkursschwankungen können dazu führen, dass der Wert von Anlagen steigt oder fällt, und es ist möglich, dass Sie bei der Rückgabe Ihrer Anteile nicht den vollen Anlagebetrag zurückerhalten. Die hier geäußerten Meinungen sind die der genannten Personen zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels. Sie stimmen nicht notwendigerweise mit den Meinungen von Jupiter insgesamt überein und können sich ändern. Das gilt insbesondere in Phasen, in denen sich das Marktumfeld sehr schnell verändert. Während alle Anstrengungen unternommen werden, um die Genauigkeit der dargestellten Informationen sicherzustellen, kann diesbezüglich keine Haftung übernommen werden. Herausgegeben im Vereinigten Königreich von Jupiter Asset Management Limited (JAM), eingetragener Gesellschaftssitz: The Zig Zag Building, 70 Victoria Street, London, SW1E 6SQ, Vereinigtes Königreich, zugelassen und beaufsichtigt durch die Financial Conduct Authority. Herausgegeben in der EU von Jupiter Asset Management International S.A. (JAMI), eingetragener Gesellschaftssitz: 5, Rue Heienhaff, Senningerberg L-1736, Luxemburg, zugelassen und beaufsichtigt von der Commission de Surveillance du Secteur Financier. Kein Teil dieses Dokuments darf ohne vorherige Genehmigung von JAM/JAMI reproduziert werden.

