Humanoide Roboter kommen: Was das für Asiens Technologiesektor bedeutet

Jason Pidcock und Sam Konrad sprechen über die nächste Welle der KI – humanoide Roboter – und erläutern, warum asiatische Technologieunternehmen bei ihrer Entwicklung eine Schlüsselrolle spielen werden.
23 Juli 2026 4 Minuten

Wir haben zuletzt mit unseren Kunden über humanoide Roboter gesprochen, da in diesem Bereich enorme Fortschritte erzielt werden und wir erwarten, dass asiatische Technologieunternehmen in diesem Markt eine wichtige Rolle spielen werden.

Derzeit liegt der Schwerpunkt bei KI auf großen Sprachmodellen (Large Language Models, LLMs). Wir gehen jedoch davon aus, dass die nächste Welle von agentischer KI – autonomen KI-Systemen, die komplexe Ziele mit begrenzter menschlicher Aufsicht erreichen können – und physischer KI – humanoiden Robotern – geprägt sein wird. Diese Entwicklungen werden unserer Einschätzung nach über viele Jahre hinweg Nachfrage schaffen.

Humanoide Roboter werden bereits in Fabriken eingesetzt. Automobilhersteller wie Hyundai, Tesla und BMW führen sie in der Produktion ein oder planen dies, um Aufgaben zu übernehmen, die für Menschen schwierig oder repetitiv sind.

Den Geschirrspüler ausräumen

Für den Einsatz in Privathaushalten sind die Roboter noch nicht ganz bereit. Online finden sich Videos von humanoiden Robotern, die langsam einen Geschirrspüler ausräumen. Ebenso kann man beobachten, wie ein Humanoid den Pekinger Halbmarathon in Rekordzeit absolviert, während mehrere andere unterwegs stürzen.¹

Die neue Generation humanoider Roboter wird in der Lage sein, ihre Umgebung wahrzunehmen, zu lernen und autonom zu handeln – mit strengen Sicherheitsvorkehrungen. Wir gehen davon aus, dass humanoide Roboter für den privaten Einsatz bis 2030 für frühe Anwender und Technikbegeisterte leistungsfähig genug sein werden. Anschließend dürften Massenvermarktung und breitere Verbreitung folgen, sodass wir erwarten würden, dass sie bis 2035 häufiger anzutreffen sein werden.

Die Kosten dürften ungefähr dem entsprechen, was Menschen für ein Auto ausgeben, also rund 20.000 bis 100.000 US-Dollar. Manche Familien könnten mehr als einen Roboter besitzen. Sie werden bei der Hausarbeit helfen – natürlich beim Ausräumen des Geschirrspülers, beim Zusammenlegen der Wäsche, bei der Gartenarbeit und bei vielem mehr.

Rasantes Wachstum

Eine Analyse von Bank of America Global Research² vom März schätzte, dass die Zahl humanoider Roboter rasch wachsen könnte: auf 1,2 Millionen im Jahr 2030, 10 Millionen im Jahr 2035 und möglicherweise 3 Milliarden weltweit bis 2060. Damit gäbe es pro Kopf mehr humanoide Roboter als Autos. Nach Einschätzung von BofA dürften Anwendungen in der Industrie und im Dienstleistungssektor zunächst besonders stark wachsen. Letztlich würden humanoide Roboter für Privathaushalte jedoch den größten Anteil des Marktes ausmachen.

Wir trafen uns kürzlich mit einem Versicherungsunternehmen in Australien, das KI frühzeitig einsetzte, um seine Produktivität zu steigern. Das Unternehmen erwartet, dass humanoide Roboter zusätzliche Forschungsdaten liefern werden, die es ermöglichen, Kunden individuelle Preise für ihre Hausrat- beziehungsweise Wohngebäudeversicherung anzubieten, anstatt den Preis auf Grundlage der Postleitzahl oder der Region des Hauses festzulegen. Auf der anderen Seite wird der Roboter im eigenen Zuhause Preise vergleichen und im Namen seines Besitzers das beste Angebot auswählen können. Als Kunde könnte man sagen: „Kümmere dich um meine Hausversicherung“, und den restlichen Verwaltungsaufwand dem Roboter überlassen.

Direkte Profiteure

In Asien gibt es mehrere Unternehmen, die unserer Einschätzung nach direkt vom Wachstum humanoider Roboter profitieren dürften. Wir wissen nicht, wer die besten humanoiden Roboter oder Produkte und Dienstleistungen im Bereich physischer KI entwickeln wird. Es könnte Apple, Tesla oder Samsung sein – oder vielleicht Unternehmen, die wir heute noch gar nicht kennen. Wer auch immer es sein wird: Wir sind überzeugt, dass asiatische Technologieunternehmen zu den Wegbereitern gehören werden.

Wir sind der Ansicht, dass die asiatische Technologie-Lieferkette, einschließlich der Unternehmen in Taiwan und Korea, die beste Möglichkeit bietet, in das Wachstum der aktuellen und der nächsten Welle Künstlicher Intelligenz zu investieren. Taiwan Semiconductor plant, die leistungsstarken „Gehirne“ und integrierten KI-Logikeinheiten für führende Robotikentwickler zu fertigen. SK Hynix und Samsung Electronics erwarten, Speicherchips bereitzustellen. Samsung könnte darüber hinaus eigene Roboter für ein integriertes Smart Home produzieren. Hon Hai plant, Kapazitäten für die Massenfertigung im Auftrag bereitzustellen.

Uns ist bewusst, dass Risiken bestehen und dass es wahrscheinlich Phasen erhöhter Volatilität geben wird, während diese Produkte auf den Markt kommen. Dennoch werden diese Zulieferunternehmen zu aus unserer Sicht attraktiven Bewertungen gehandelt – in den meisten Fällen deutlich unter den Bewertungen der großen US-Technologieunternehmen. In einigen Fällen werden die asiatischen Unternehmen auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses sogar günstiger, weil ihre Gewinne schneller wachsen als ihre Aktienkurse.

Mehr als nur Technologie

Wir haben über den Technologiesektor und das spannende Potenzial humanoider Roboter gesprochen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass eine unserer zentralen Überzeugungen darin besteht, ein diversifiziertes Aktienportfolio zu halten. Es geht nicht ausschließlich um Technologie.

Wir sind erfahrene und langfristig orientierte Investoren in Asien. Unser Fokus liegt auf dem Aufbau von Portfolios für unterschiedliche Marktphasen, die auch unvermeidliche Phasen der Marktvolatilität bewältigen können. Dies kann bedeuten, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Unternehmen zu halten, die von der Nachfrage in den USA und weltweit abhängen, und Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen an inländische Verbraucher in Indien, Südostasien und Australien verkaufen. Dort sollte sich das Geschäft selbst in einer Phase schwächeren globalen Wirtschaftswachstums als widerstandsfähig erweisen.

Es kann auch bedeuten, Energieunternehmen, Rohstoffproduzenten wie Gold- und Kupferminenbetreiber sowie Verteidigungsunternehmen zu halten.

Wir suchen nach einer Kombination aus Wachstum und Value: nach Unternehmen, die ihre Gewinne steigern und dadurch wachsende Dividendenströme bieten können, angemessen bewertet sind sowie über starke Bilanzen und eine gute Corporate Governance verfügen.

 

Fußnoten

1https://www.reuters.com/sports/humanoid-robots-race-past-humans-beijing-half-marathon-showing-rapid-advances-2026-04-19/

2Bank of America Global Research, „Physical AI, Part 2: Humanoid Robots“.

 

Risiken der Strategie

  • Währungsrisiko: Die Strategie kann verschiedenen Währungen ausgesetzt sein. Wechselkursschwankungen können dazu führen, dass der Wert der Anlagen sowohl fällt als auch steigt.
  • Kursrisiko: Kursbewegungen bei Finanzanlagen können dazu führen, dass deren Wert sowohl fällt als auch steigt. Dieses Risiko ist unter volatileren Marktbedingungen typischerweise stärker ausgeprägt.
  • Marktkonzentrationsrisiko – geografische Region/Land: Anlagen in einem bestimmten Land oder einer bestimmten geografischen Region können dazu führen, dass der Wert dieser Anlage im Vergleich zu Anlagen mit einer globaler verteilten Ausrichtung stärker steigt oder fällt.
  • Marktkonzentrationsrisiko – Einzeltitel: Die Strategie hält eine vergleichsweise geringe Anzahl von Aktien und kann daher stärker von der schwachen Wertentwicklung eines bestimmten Unternehmens oder einer Gruppe von Unternehmen betroffen sein als ein Portfolio, das in eine größere Zahl von Aktien investiert.
  • Derivaterisiko: Die Strategie kann Derivate einsetzen, um Kosten und/oder das Gesamtrisiko der Strategie zu reduzieren. Dies wird auch als effizientes Portfoliomanagement beziehungsweise „EPM“ bezeichnet. Derivate sind mit einem gewissen Risiko verbunden. Beim Einsatz für EPM sollten sie das Gesamtrisiko der Strategie jedoch nicht erhöhen.
  • Schwellenländerrisiko: Schwellenländer sind im Vergleich zu Industrieländern potenziell mit höheren politischen Risiken und einem geringeren rechtlichen Schutz verbunden. Diese Merkmale können sich negativ auf die Preise von Vermögenswerten auswirken.
  • Liquiditätsrisiko – allgemein: Unter schwierigen Marktbedingungen gibt es möglicherweise nicht genügend Anleger, die bestimmte Anlagen kaufen oder verkaufen. Dies kann sich auf den Wert der Strategie auswirken.
  • Belastung des Kapitals mit Kosten: Einige oder sämtliche Kosten der Strategie werden dem Kapital entnommen. Sollte das Kapitalwachstum des Fonds nicht ausreichen, kann dies zu einer Verringerung des Kapitals führen.
  • Stock-Connect-Risiko: Stock Connect unterliegt Vorschriften, die sich ändern können. Handelsbeschränkungen und Begrenzungen des ausländischen Eigentums können die Fähigkeit der Strategie einschränken, ihre Anlagestrategie umzusetzen.
  • Ausfallrisiko – Kontrahent/Verwahrstelle: Risiko von Verlusten aufgrund des Ausfalls eines Kontrahenten bei einem Derivatekontrakt oder einer Verwahrstelle, die die Vermögenswerte der Strategie verwahrt.
  • Ausfallrisiko – notleidende Wertpapiere: Die Strategie kann einen erheblichen Teil ihres Vermögens in notleidende Wertpapiere investieren. Diese weisen aufgrund der erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass ein Emittent seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, ein höheres Verlustrisiko auf. Auch wenn diese Wertpapiere im Fall eines Ausfalls einen gewissen potenziellen Wert behalten können, kann sich der Verwertungsprozess über einen längeren Zeitraum erstrecken. Zudem besteht möglicherweise kein Sekundärmarkt für einen Ausstieg, was zu einer Verschlechterung der Liquidität führen kann.
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