Anleihen: Inmitten des Rauschens echte Signale erkennen

Das Jupiter Global Macro Solutions Team betont, wie wichtig es ist, das mittelfristige makroökonomische Regime zu identifizieren, um in einer hochgradig unvorhersehbaren, von den USA dominierten Welt Chancen zu erkennen.
08 Mai 2026 7 Minuten

Innerhalb weniger Wochen hat sich das globale makroökonomische und geopolitische Umfeld deutlich verändert, sodass Anleiheinvestoren nach Chancen suchen.

Während Anleger in den Tagen vor Beginn des Iran-Kriegs noch auf eine mögliche, durch KI ausgelöste Disinflation blickten, stellte der Konflikt den Inflationsausblick auf den Kopf, als die Ölpreise sprunghaft anzogen. Innerhalb weniger Wochen sind die Erwartungen an Zinssenkungen der Zentralbanken verschwunden, da sich Anleger auf die tiefe Unsicherheit an den globalen Energiemärkten konzentrieren, die aus dem Krieg resultiert. Der Verkehr durch die Straße von Hormus, eine zentrale Wasserstraße für den Transport von Öl und anderen raffinierten Produkten, ist seit Beginn der Angriffe der USA und Israels am 28. Februar nahezu zum Erliegen gekommen.

Anleihen, insbesondere im kurzen Laufzeitenbereich, haben die Folgen des Ölpreisschocks deutlich zu spüren bekommen, und Positionierungen auf eine steilere Zinsstrukturkurve wurden aufgelöst. Aktien haben sich bislang recht gut gehalten, da es sich um langfristige Anlagewerte handelt, die Inflation verkraften können, sofern die zugrunde liegenden Vermögenswerte durch Wachstum gestützt werden. Volatilität war das bestimmende Merkmal des Tagesgeschehens.

Unvorhersehbares geopolitisches und politisches Umfeld

Es ist weiterhin unklar, ob der fragile Waffenstillstand zwischen den Kriegsparteien zu einem langfristigen Friedensabkommen führen wird, nachdem Iran die US-Forderungen im Hinblick auf sein Atomprogramm als „maximalistisch“ bezeichnet hat.

Selbst wenn der Krieg endet, könnten die schweren Schäden an vielen Energieanlagen die Ölpreise für längere Zeit auf einem erhöhten Niveau halten. Hinzu kommt, dass viele Schiffe und Tanker, die Öl und andere Produkte aus dem Golf transportieren, festliegen und es einige Wochen dauern könnte, bis sich der Rückstau aufgelöst hat.

Der Krieg steht im krassen Gegensatz zu Donald Trumps „America First“-Politik. Ein Großteil seines ersten Amtsjahres wurde von dem neuen Zollregime geprägt, das am „Liberation Day“ vorgestellt wurde, als Trump mithilfe von Notstandsbefugnissen umfassende länder- und branchenspezifische Zölle verhängte. Nachdem der Supreme Court die Zölle aufgehoben hatte, nutzten die USA andere Gesetze, um die Basiszölle auf einem höheren Niveau zu halten; trotz abgeschlossener Handelsabkommen mit verschiedenen Ländern bleibt die Unsicherheit bestehen.

Die US-Politik und geopolitische Interventionen führen zu Schwankungen bei globalem Wachstum und Inflation. Die Richtung dieser wichtigen makroökonomischen Treiber, wie sie viele Long-only-Anleger zu prognostizieren versuchen, zu bestimmen, könnte sich als aussichtsloses Unterfangen erweisen. Auch die Sorgen über die Auswirkungen von KI auf die Gesamtwirtschaft werden wieder in den Vordergrund rücken.

Wir sind der Ansicht, dass es wichtig ist, auf diese Entwicklungen nicht überzureagieren und sich auf das makroökonomische Regime zu konzentrieren, das in den vergangenen 15 Monaten Bestand hatte.

Rotation aus US-Assets heraus

Da Amerikas unvorhersehbare Politik Wachstum und Wertentwicklung von Vermögenswerten belastet, diversifizieren Anleger zunehmend weg von US-Assets. Dabei spielen auch die hohen Bewertungen an den Risikomärkten, das hohe Schuldenniveau und der Vertrauensverlust eine wichtige Rolle. Die US-Politik sorgt zudem für Schwankungen bei globalem Wachstum und Inflation. Es ist wichtig, dieses makroökonomische Regime und die strukturelle Veränderung im Anlageverhalten zu erkennen, die sich in niedrigeren kurzfristigen US-Realzinsen, einer steileren US-Zinskurve, einem schwächeren Dollar und einer anhaltenden Outperformance globaler Vermögenswerte zeigt, statt sich auf die durch häufige politische Änderungen und Ankündigungen ausgelöste Volatilität zu konzentrieren.

Es ist wichtig, innerhalb dieses Regimes so weit wie möglich zu diversifizieren und sicherzustellen, dass Absicherungen wirksam sind, indem bei sich bietender Asymmetrie aktiv gehandelt wird, einschließlich des Einsatzes von Short-Positionen innerhalb dieser Portfoliostruktur.

Das volatile Szenario, verstärkt durch den Krieg, wirft die Frage auf: Wie lässt sich ein Portfolio aufbauen und dabei sowohl den Inflationssprung als auch die Möglichkeit einer Rezession infolge des Kriegs und der Unberechenbarkeit der US-Politik berücksichtigen?

Das Global Macro Solutions Team, das die Strategic Absolute Return Bond Strategie verwaltet, ist der Ansicht, dass die Chancen in wertorientierten Anlagen liegen, die langfristig von dieser Neuordnung globaler Kapitalströme profitieren. Das Ausnutzen von Handelsvolatilität und die Eingrenzung potenzieller Ergebniskorridore könnten dabei helfen, günstigere Anlagen für langfristige Investments zu identifizieren.

Relative Value

Wir sind der Ansicht, dass es wichtig ist, ein Portfolio auf Basis von absolutem Alpha statt im Einklang mit einer Benchmark aufzubauen, Derivate umfassend für Flexibilität und Absicherung zu nutzen und ein liquides Portfolio zur Sicherung der Handlungsfähigkeit zu halten. Ebenso wichtig ist es, innerhalb des von langfristigen strukturellen Kräften geprägten makroökonomischen Regimes zu diversifizieren und auf Wachstums- und Inflationsschwankungen zu reagieren, indem die Volatilität durch Absicherungen kontrolliert wird.

Vor diesem Hintergrund wäre es ein besserer Ansatz, sich primär auf Relative Value statt auf direktionale Beta-Positionen zu konzentrieren. Wir mögen zum Beispiel Schwellenländerzinsen aufgrund ihrer robusteren Bilanzen, da dadurch das in allen Zinsmärkten enthaltene Inflations- und Wachstumsrisiko auf der Direktionsebene reduziert wird.

Mehr als 60 Tage sind seit Beginn des Iran-Kriegs vergangen, obwohl viele Anleger anfangs nicht erwartet hatten, dass sich der Konflikt so lange hinziehen würde. Insgesamt erfordern die erhöhten geopolitischen Spannungen, persistente Inflationsrisiken und sich verschiebende politische Rahmenbedingungen einen flexibleren und differenzierteren Ansatz beim Anleiheinvestment.

Statt sich auf traditionelle Benchmarks oder direktionale Wetten zu verlassen, sollten Diversifikation, Relative-Value-Chancen und aktives Risikomanagement für Anleger im Vordergrund stehen. Der Fokus auf Liquidität, die Fähigkeit, sich schnell an jedes Umfeld anzupassen, und der Einsatz von Absicherungsstrategien können helfen, die anhaltende Volatilität zu navigieren. Letztlich wird der Erfolg in diesem Umfeld davon abhängen, die zugrunde liegenden strukturellen Faktoren zu erkennen und Portfolios entsprechend zu positionieren, um konsistentes Alpha zu erzielen.

Fondsspezifische Risiken

  • Anlagerisiko – Der Fonds strebt zwar unabhängig von den Marktbedingungen eine Wertentwicklung über Null an; es kann jedoch nicht garantiert werden, dass dieses Ziel erreicht wird.
    Darüber hinaus kann die tatsächliche Volatilität des Fonds über oder unter dem erwarteten Bereich liegen und auch seine maximale erwartete Volatilität überschreiten. Es kann ein Kapitalverlust des gesamten oder eines Teils des angelegten Betrags eintreten.
  • Nachhaltigkeit nach Artikel 8 – Anlagen werden sowohl nach finanziellen als auch nach nichtfinanziellen Kriterien ausgewählt bzw. ausgeschlossen. Die Wertentwicklung des Fonds kann sich vom breiteren Markt oder anderen Fonds, die bei der Auswahl von Anlagen keine ESG-Kriterien berücksichtigen, unterscheiden.
  • Schwellenländerrisiko – Weniger entwickelte Länder können stärker als Industrieländer politischen, wirtschaftlichen oder strukturellen Herausforderungen ausgesetzt sein.
  • Kreditrisiko – Der Emittent einer Anleihe oder einer ähnlichen Anlage im Fonds leistet bei Fälligkeit möglicherweise keine Zins- oder Kapitalrückzahlungen an den Fonds. Anleihen ohne Anlagequalität gelten in Bezug auf die Erfüllung ihrer Zahlungsverpflichtungen als riskanter.
  • CoCos und andere Anlagen mit verlustabsorbierenden Eigenschaften – Der Fonds kann Anlagen mit verlustabsorbierenden Eigenschaften halten, darunter bis zu 20% in Contingent Convertible Bonds (CoCos). Diese Investitionen können aufsichtsrechtlichen Eingriffen und/oder bestimmten auslösenden Ereignissen unterliegen, die sich auf ein Absinken des aufsichtsrechtlichen Kapitalniveaus auf einen vorgegebenen Punkt beziehen. Dies ist ein anderes Risiko als bei traditionellen Anleihen und kann dazu führen, dass sie in Aktien umgewandelt werden oder einen teilweisen oder vollständigen Wertverlust erleiden.
  • Bond-Connect-Risiko – die Vorschriften des Bond-Connect-Programms erlauben es dem Fonds möglicherweise nicht immer, seine Vermögenswerte zu verkaufen, und können dazu führen, dass der Fonds bei einer Anlage Verluste erleidet.
  • Zinsrisiko – Anlagen in Anleihen werden durch Zinssätze und Inflationstrends beeinflusst, die sich auf den Wert des Fonds auswirken können.
  • Liquiditätsrisiko – Einige Anlagen sind möglicherweise schwer zu bewerten oder zu einem gewünschten Zeitpunkt oder Preis schwer zu verkaufen. Unter extremen Marktbedingungen können die Möglichkeiten des Fonds, Rücknahmeanträge sofort zu erfüllen, beeinträchtigt sein.
  • Derivaterisiko – Der Fonds setzt Derivate zur Generierung von Renditen und/oder Reduzierung von Kosten und/oder des Gesamtrisikos des Fonds ein. Der Einsatz von Derivaten kann ein höheres Risikoniveau bedeuten. Eine kleine Bewegung im Kurs einer zugrunde liegenden Anlage kann zu einer überproportional großen Bewegung im Kurs der derivativen Anlage führen. Derivate sind auch mit einem Gegenparteirisiko verbunden, wenn die als Gegenpartei für Derivate handelnden Institute gegebenenfalls ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen.
  • Währungsrisiko – Der Fonds kann Anlagen in verschiedenen Währungen halten. Der Wert Ihrer Anteile kann infolge von Wechselkursbewegungen steigen oder fallen.

Der Fonds unterliegt möglicherweise weiteren Anlagerisiken; Informationen dazu finden Sie im aktuellen Verkaufsprospekt.

Jupiter Strategic Absolute Return Bond Fund

Explore

Wichtige informationen: 

Dieses Marketingdokument richtet sich nur an professionelle Investoren und nicht an sonstige Personen. Dieses Dokument dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Markt- und Wechselkursschwankungen können dazu führen, dass der Wert von Anlagen steigt oder fällt, und es ist möglich, dass Sie bei der Rückgabe Ihrer Anteile nicht den vollen Anlagebetrag zurückerhalten. Die hier geäußerten Meinungen sind die der genannten Personen zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels. Sie stimmen nicht notwendigerweise mit den Meinungen von Jupiter insgesamt überein und können sich ändern. Das gilt insbesondere in Phasen, in denen sich das Marktumfeld sehr schnell verändert. Während alle Anstrengungen unternommen werden, um die Genauigkeit der dargestellten Informationen sicherzustellen, kann diesbezüglich keine Haftung übernommen werden. 

Herausgegeben im Vereinigten Königreich von Jupiter Asset Management Limited (JAM), eingetragener Gesellschaftssitz: The Zig Zag Building, 70 Victoria Street, London, SW1E 6SQ, Vereinigtes Königreich, zugelassen und beaufsichtigt durch die Financial Conduct Authority. Herausgegeben in der EU von Jupiter Asset Management International S.A. (JAMI), eingetragener Gesellschaftssitz: 5, Rue Heienhaff, Senningerberg L-1736, Luxemburg, zugelassen und beaufsichtigt von der Commission de Surveillance du Secteur Financier. Kein Teil dieses Dokuments darf ohne vorherige Genehmigung von JAM/JAMI reproduziert werden.