Trumps Spiel mit dem Feuer: Erste Marktreaktionen auf US-israelische Militärschläge gegen den Iran

Die Investmentexperten von Jupiter erörtern die Angriffe auf den Iran, die bisherige Reaktion der globalen Märkte sowie mögliche weiterreichende Auswirkungen der jüngsten Ereignisse.
02 März 2026 3 Minuten

Piers Hillier, Chief Investment Officer

Am vergangenen Samstag haben die USA und Israel koordinierte Luftangriffe gegen den Iran ausgeführt. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Einrichtungen und -Verbündete in der gesamten Region, darunter Israel, Bahrain, Kuwait, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien.

Befürchtungen einer weiteren Eskalation haben zu einer massiven Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus geführt, eine wichtige Verkehrsader für die weltweite Ölversorgung. Der Ölpreis ist gestiegen, aber noch nicht so stark, dass dies eine Gefahr für die Wirtschaft darstellen würde. Auch Gold, das als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, hat sich verteuert. Aktien haben bislang nur moderat nachgegeben, was darauf hindeuten könnte, dass die Märkte von einem relativ begrenzten Konflikt ausgehen.

In Zeiten wie diesen zeigen sich die Vorteile des aktiven Fondsmanagements. Unsere Fondsmanager beobachten nicht nur die kurzfristige Marktreaktion sehr aufmerksam, sondern auch mögliche langfristige Auswirkungen der jüngsten Ereignisse. Im Folgenden geben fünf unserer Fondsmanager Einblicke in ihre aktuellen Einschätzungen. Wir werden unsere Kunden über weitere Entwicklungen informieren, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.

Wir hoffen, dass die Kunden von Jupiter und ihre Familien in der Region in dieser schwierigen Zeit sicher und wohlauf sind.

Ariel Bezalel und Harry Richards, Investmentmanager, Fixed Income

Wie wird sich dieser Konflikt auf die Inflation auswirken? Das hängt allein vom Ausmaß des Ölpreisanstiegs und der Dauer dieses Krieges ab. Sollte es sich um einen kurzen, intensiven Krieg handeln, könnte der Ölpreis rasch wieder auf ein vertretbares Niveau zurückfallen.

Sollte sich der Ölpreis nachhaltig verteuern (zum Beispiel um 15 bis 20%), wäre das ein Grund zur Sorge. Im Falle eines länger andauernden Konfliktes könnte eine Unterbrechung des freien Warenverkehrs in der Region ebenfalls zu einem Inflationsschock beitragen.

Nicht nur Israel, auch andere Länder in der Region wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen seit Langem in einem angespannten Verhältnis zum Iran, dessen militanten Stellvertretergruppen – wie die Hamas oder die Hisbollah- und Huthi-Milizen – seit vielen Jahren die gesamte Region destabilisieren. Iran hat diese Länder jetzt mit gezielten Raketen- und Drohnenangriffen ins Visier genommen. Neben einem saudischen Ölfeld wurde auch ein britischer Stützpunkt auf Zypern getroffen. Den USA dürfte an einer begrenzten Militäroperation gelegen sein. Es besteht jedoch die Gefahr eines regionalen Flächenbrands, durch den weitere betroffene Staaten mit in einen Krieg gezogen werden könnten. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass China fast 80% des im Iran produzierten Öls abnimmt und der Konflikt die Öllieferungen nach China einschränken könnte. Derzeit herrscht große Unsicherheit und wir werden die weitere Entwicklung der Lage aufmerksam beobachten.

Obwohl Israels Geheimdienstinformationen sehr präzise Militärschläge ermöglicht haben, wird die iranische Führung mit allen Mitteln versuchen, an der Macht zu bleiben. Wir sollten den Überlebenswillen dieses Regimes nicht unterschätzen. Die Frage, die sich jetzt stellt, ist, ob ein Land freiwillig eine Vermittlerrolle übernehmen wird. Katar und Oman wären mögliche Kandidaten. Ob der Iran verhandlungsbereit ist, bleibt jedoch abzuwarten.

Was die Anleihemärkte angeht, haben die Sorgen der Anleger über inflationäre Auswirkungen und Finanzierungskosten zu einer etwas steileren Zinsstrukturkurve in den USA geführt.

Amadeo Alentorn und Matus Mrazik, Investmentmanager, Systematic Equities

Angesichts der gravierenden menschlichen Auswirkungen dieser Ereignisse sind unsere Gedanken bei den Kunden, die sich derzeit in der Region aufhalten.

Was die Marktauswirkungen angeht, haben die Aktienkurse bislang nur moderat nachgegeben. Die verhaltene Marktreaktion ist auch darauf zurückzuführen, dass dieser Konflikt antizipiert wurde. Wir beobachten die Märkte sehr genau, um die Stimmung der Anleger einschätzen zu können. Die Marktunsicherheit ist schon seit Jahresanfang sehr ausgeprägt. Durch die aktuellen Ereignisse wird sie sich noch weiter erhöhen.

In Zeiten wie diesen ist ein dynamischer Investmentansatz hilfreich. Wir berücksichtigen sowohl langfristige als auch kurzfristige Signale und unser Modell rotiert je nach Umfeld zwischen verschiedenen Anlagestilen.

Jason Pidcock, Investmentmanager, Asian Equity Income

Die asiatischen Märkte außerhalb Japans haben nachgegeben, aber nicht sehr stark, und wir haben schon viele Tage mit ähnlichen Marktbewegungen erlebt. Insgesamt ändert dieser Konflikt nichts am Ausblick für Asien – der bisherige Anstieg des Ölpreises reicht noch nicht aus, um das dortige Wachstum auszubremsen. Als wichtiger Abnehmer von iranischem Öl könnte China jedoch stärker betroffen sein. Aus Marktsicht bleiben wir gelassen und rechnen auf lange Sicht eher mit positiven als mit negativen Auswirkungen. Der bislang begrenzte Ölpreisanstieg ist auch darauf zurückzuführen, dass sich diese Militäroperation bereits abgezeichnet hatte. Ich glaube nicht, dass diese Ereignisse irgendjemanden wirklich überrascht haben – uns jedenfalls nicht.

Auffällig ist der Anstieg des Goldpreises – zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels hat Gold stärker aufgewertet als der Dollar. In früheren Krisen hätte es einen Run auf den Dollar gegeben – aktuell flüchten die Anleger in Gold, das sich als wichtige Safe-Haven-Währung erweisen könnte.

So chaotisch die Lage derzeit auch erscheinen mag, lässt sich argumentieren, dass der Nahe und Mittlere Osten ohne einen bedrohlichen/destabilisierenden Iran eine florierende und sehr viel friedlichere Region sein könnte.

The value of active minds: unabhängige Denkansätze

Ein wesentliches Merkmal des Investmentansatzes von Jupiter ist, dass wir unseren Fondsmanagern keine Hausmeinung aufdrücken, sondern ihnen die Freiheit geben, eigene Ansichten zu den Anlageklassen zu formulieren, auf die sie sich spezialisiert haben. Daher ist zu beachten, dass alle geäußerten Ansichten – einschließlich derjenigen, die sich auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Erwägungen beziehen – die des Autors/der Autoren sind und von den Ansichten anderer Jupiter-Anlageexperten abweichen können.

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