Europäische Unternehmen und der Nahost-Konflikt

Niall Gallagher erörtert die möglichen Auswirkungen des Nahost-Konfliktes auf europäische Unternehmen und Investoren.
11 März 2026 3 Minuten

Ich möchte vorwegnehmen, dass wir keine Militär- oder Verteidigungsexperten sind. Die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten und ihre Auswirkungen richtig zu deuten und einzuordnen ist für uns genauso schwierig wie für alle anderen. Daher können sich unsere Einschätzungen mit der weiteren Entwicklung der Lage in den nächsten Tagen und Wochen auch noch ändern. Die beste Verteidigung/Vorbereitung ist eine angemessene Portfoliokonstruktion unter Vermeidung von Faktorkonzentrationen. Einige wichtige Punkte:

  • Unsere größte Sorge gilt den Kunden von Jupiter und ihren Familien in der Region und wir hoffen, dass sie in dieser schwierigen Zeit sicher und wohlauf sind.
  • Aufgrund der amerikanischen Präsenz in der Region war eine Intervention im Iran zunehmend erwartet worden. Die aktuellen Ereignisse dürften die europäischen Staaten einschließlich Großbritanniens jedoch zu einer deutlichen Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben veranlassen. Unserer Ansicht nach stärkt dies die strukturellen Trends zugunsten von Verteidigungswerten und anderen Unternehmen, die von den staatlichen Investitionsprogrammen profitieren, zum Beispiel bestimmte Finanz- und Infrastrukturfirmen.
  • Das größte Risiko für einige große europäische Volkswirtschaften (Großbritannien, Deutschland, Italien) betrifft die globalen Gaspreise. Durch die ideologisch motivierte Ablehnung einer Erschließung heimischer Gasvorkommen, den raschen Kohleausstieg und eine skeptische Haltung gegenüber der Kernenergie sind mehrere Volkswirtschaften auf Just-in-Time-Gaslieferungen aus anderen Regionen der Welt angewiesen – eine Problematik, die im Fall Großbritanniens durch fehlende Gasspeicher zusätzlich verschärft wird. Da russisches Gas (größtenteils) keine Option mehr ist, sind Großbritannien, Deutschland und mehrere andere Volkswirtschaften stark vom LNG-Markt abhängig, und mit Katar befindet sich ein großer globaler Flüssiggasproduzent mitten in der Krisenregion. Daher haben der dortige Produktionsstopp und die Aussetzung der Gaslieferungen aus Katar zu einem deutlichen Anstieg der Gaspreise geführt. Dieser wird wiederum höhere Strompreise und - falls er länger andauern sollte - wirtschaftliche Schäden zur Folge haben. Dementsprechend vorsichtig sind wir gegenüber energieintensiven Unternehmen mit einer hohen Gasabhängigkeit (z. B. energieintensiven Industrieunternehmen, Energieversorgern).
  • Bankaktien haben wie üblich kurzschlussartig reagiert und sind als vermeintlich risikoreiche Anlagen abverkauft worden. Wir halten dies für eine Fehlreaktion der Märkte, da die Banken mittlerweile bilanztechnisch viel besser aufgestellt sind als in früheren Krisenphasen, mit niedrigen Verschuldungsquoten und Kredit-Einlagen-Verhältnissen sowie einer historisch geringen Verschuldung der Verbraucher und Kleinunternehmen. Hohe Gaspreise werden die Wirtschaft bremsen, aber die Verbraucherstimmung ist bereits gedämpft und viele Haushalte betreiben Vorsichtssparen. Daher rechnen wir nicht mit einem deutlichen Anstieg der Kreditverluste. Bei allen Bedenken hinsichtlich der kurzfristigen LNG-Versorgung sollte auch bedacht werden, dass in den nächsten Jahren große Mengen an Flüssiggas aus den USA auf den Markt strömen werden. Und da es keine strukturelle Ölknappheit gibt, dürften die Öl- und Gaspreise nach dieser Krise nicht dauerhaft hoch bleiben. Vor diesem Hintergrund sehen wir die aktuell hohen Bewertungen von Energieaktien skeptisch.
  • Durch den Ausverkauf und die Risikoaversion an den europäischen Aktienmärkten könnten einige konjunktursensitive Konsumaktien, die wir bislang als überbewertet betrachtet haben - zum Beispiel aus dem Luxusgütersektor - zu Schnäppchenpreisen zu haben sein. Auch wir wissen nicht, wie dieser Konflikt enden wird: Er könnte weitreichende geopolitische Auswirkungen haben oder beendet werden, wenn der Iran militärisch stark geschwächt ist – auch ohne einen Regimewechsel. Wir beobachten, dass globale Anleger in unsicheren Zeiten instinktiv Zuflucht an den US-Kapitalmärkten und im US-Dollar suchen. Diesmal wird es kaum anders sein, daher überrascht uns auch die kurzfristige Outperformance der US-Märkte nicht. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass die europäischen Aktienmärkte in den ersten Monaten des Jahres 2026 die Nase vorn hatten und die von der US-Politik ausgehende politische Unsicherheit sowie die außergewöhnliche Konzentration der globalen Aktienmärkte auf eine Handvoll US-Aktien weiterhin bestehen.

Strategierisiken

Währungsrisiko - Die Strategie kann Anlagen in verschiedenen Währungen halten und Wechselkursänderungen können dazu führen, dass der Wert von Anlagen fällt oder steigt.

Risiken im Zusammenhang mit der Währungsabsicherung von Anteilsklassen - Der Prozess der Währungsabsicherung von Anteilsklassen kann dazu führen, dass der Wert der Anlagen aufgrund von Marktbewegungen, Neugewichtungserfordernissen und im Extremfall durch den Ausfall der Gegenpartei des Absicherungsvertrags sinkt.

Preisrisiko - Preisschwankungen bei finanziellen Vermögenswerten bedeuten, dass der Wert von Vermögenswerten sowohl fallen als auch steigen kann, wobei sich dieses Risiko in der Regel unter volatileren Marktbedingungen verstärkt.

Marktkonzentrationsrisiko (geografische Region/Land) - Investitionen in ein bestimmtes Land oder eine bestimmte geografische Region können dazu führen, dass der Wert dieser Anlage im Vergleich zu Anlagen mit einer eher globalen Ausrichtung stärker steigt oder fällt.

Derivaterisiko - Die Strategie kann Derivate einsetzen, um die Kosten und/oder das Gesamtrisiko der Strategie zu reduzieren (auch bekannt als Effizientes Portfoliomanagement oder „EPM“). Derivate sind mit einem gewissen Risiko verbunden; für die Zwecke des effizienten Portfoliomanagements sollten sie das Gesamtrisiko der Strategie jedoch nicht erhöhen.

Liquiditätsrisiko (allgemein) - Unter schwierigen Marktbedingungen kann es vorkommen, dass sich nicht genug Investoren für den Kauf und Verkauf bestimmter Investments finden lassen. Dies kann Auswirkungen auf den Wert der Strategie haben.

Risiko des Ausfalls einer Gegenpartei - Das Verlustrisiko aufgrund des Ausfalls einer Gegenpartei bei einem Derivatkontrakt oder einer Verwahrstelle, die die Vermögenswerte der Strategie verwahrt.

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